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Durchlauferhitzer, Boiler oder zentrale Versorgung mit Warmwasser: Vor- und Nachteile im Vergleich

Wer die Modernisierung oder Neuinstallation seiner Warmwasser-Versorgungsanlage plant, muss sich zwischen verschiedenen Systemen entscheiden. Zentral oder dezentral, Kleinspeicher, Durchlauferhitzer oder Wärmepumpe? Wir geben Ihnen einen Überblick über die Systeme und beantworten die wichtigsten Fragen.

WasserCheck: Wasserverbrauch zu hoch?

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • dezentrale Warmwasserbereitung: Wasser wird mit Durchlauferhitzer oder Kleinspeicher direkt an Zapfstelle (Dusche, Spüle, Waschbecken) erwärmt 
  • zentrale Warmwasserbereitung: Wasser wird für alle Zapfstellen von der Heizanlage erwärmt und in zentralem Wasserspeicher gespeichert 
  • Durchlauferhitzer: Beheizung mit Strom oder Gas 
  • für zentrale Warmwasserbereitung kommen alle Brennstoffe sowie erneuerbare Energien (z. B. Wärmepumpen, Solarthermie) infrage 
  • auch Mischformen (dezentral und zentral) möglich 
  • Faustregel gegen Legionellen: Kaltes Wasser kalt und warmes Wasser warmhalten.

Wie viel Wasser verbraucht mein Haushalt?

123 Liter

So viel Wasser verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich am Tag.

123

Der erste Schritt beim Optimieren oder Modernisieren der Warmwasserversorgung sollte eine realistische Einschätzung des eigenen Verbrauchs sein. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft benötigt jeder Deutsche am Tag durchschnittlich rund 123 Liter Wasser. Der Anteil des warmen Wassers liegt etwa bei 35 bis 50 Litern pro Person und Tag. Diese Werte hängen vor allem von den Voraussetzungen und persönlichen Gewohnheiten ab. Und diese können sich rasch ändern:

Bei der Neuinstallation der Wasserbereitung spielen bauliche Gegebenheiten eine wichtige Rolle, ob eine zentrale oder dezentrale Warmwasserbereitung oder die Kombination aus beiden sinnvoll ist. Bei der Modernisierung ihres Eigenheims sind Hausbesitzer in den meisten Fällen an das bestehende System gebunden – es sei denn, sie nehmen umfassende und oft sehr kostspielige Sanierungsmaßnahmen wie eine Baderneuerung oder den Einbau einer neuen Heizung vor. Doch auch ohne den kompletten Austausch der Warmwasserbereitung gibt es für Eigentümer und Mieter viele Möglichkeiten zum Wasser- und Kostensparen.

Was bedeutet dezentrale Warmwasserbereitung und welche Systeme gibt es?

Auf dem Bild ist ein weißer Boiler im Keller zu sehen.(c) www.iStock.com / meailleluc

Bei der dezentralen Warmwasserversorgung wird Trinkwasser dort erwärmt, wo es gebraucht wird: unmittelbar an den einzelnen Zapfstellen wie Dusche, Spüle und Waschbecken. Dazu stehen verschiedene Systeme zur Wahl:

Strom- oder gasbetriebene Durchlauferhitzer: Ein Durchlauferhitzer besitzt eine starke Heizleistung und erwärmt das Wasser „im Vorbeifließen“, sobald der Warmwasserhahn aufgedreht wird. Obwohl es einige mit Gas betriebene Geräte gibt, werden die meisten Durchlauferhitzer mit Strom betrieben.

Kleinspeicher, Tisch- und Wandspeicher, umgangssprachlich auch „Boiler“ genannt: Kleinspeicher werden entweder über oder unter der Zapfstelle, also beispielsweise unter einem Waschbecken oder über einer Dusche angebracht. Sie besitzen meist ein Fassungsvolumen zwischen 5 bis 15 Litern. Ihre größeren Verwandten, die Tisch- und Wandspeicher, können dagegen 30 bis 150 Liter Wasser fassen und lassen sich in die Küchenzeile integrieren oder an der Wand befestigen. Alle Speicher funktionieren nach demselben Prinzip: Sie erwärmen das Leitungswasser auf eine voreingestellte Temperatur und speichern es bis zum Gebrauch.

Wohnungszentrale Warmwasserversorgung: Eine Sonderform der dezentralen Bereitung von Warmwasser sind Gasetagenheizungen. Hier wird für jede Wohnung einzeln ein leistungsstarker Gas-Durchlauferhitzer genutzt, der alle Zapfstellen mit Warmwasser versorgt. Sie werden überwiegend in Altbauten mit mehreren Wohneinheiten, aber auch in Einfamilienhäusern verwendet. Auch leistungsstarke Stromdurchlauferhitzer und große Elektrospeicher kommen für die wohnungszentrale Warmwasserversorgung infrage. Diese Lösung ist in der Regel kostengünstiger, als die Wohnungen mit mehreren kleinen Speichern auszurüsten.

Was ist eine zentrale Warmwasserbereitung?

Auf dem Bild ist zu sehen, wie sich eine Person die Hände wäscht.(c) www.pexels.com / Burst

Bei der zentralen Warmwasserversorgung werden alle Zapfstellen eines Hauses von einer zentralen Stelle versorgt. In der Regel ist das die Heizanlage im Keller. Das Wasser wird im Kessel der Heizungsanlage erwärmt und meist in einem Warmwasserspeicher gespeichert. Die Wasserverteilung im Haus passiert über zwei getrennte Wasserleitungsnetze: eines für kaltes und eines für warmes Wasser.

Im Gegensatz zu dezentralen Systemen kommen bei der zentralen Wasseraufbereitung neben fossilen Energieträgern und Strom auch klimaschonende erneuerbare Energien wie Holzpellets infrage. Betreiber einer zentralen Warmwasseranlage sind dabei allerdings immer an den Energieträger gebunden, den sie auch für die Heizung nutzen. Bei der Neuinstallation einer zentralen Warmwasserversorgung können zudem regenerative Wärmequellen wie eine Wärmepumpe oder eine Solarthermieanlage integriert werden. Auch bereits bestehende Warmwasseranlagen können mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie nachgerüstet werden. So lassen sich Betriebskosten und CO2-Emissionen senken.

Eine Sonderform der zentralen Warmwasserbereitung sind Frischwasserstationen: Frischwasserstationen funktionieren ähnlich wie Durchlauferhitzer und erwärmen das Wasser nur bei Bedarf. Allerdings ist die Wärmequelle auch hier die Heizung: Wird warmes Wasser benötigt, fließt es durch die Frischwasserstation und wird hier über den Wärmetauscher im Durchfluss vom Heizungswasser erwärmt.

Wenn die zentrale Wassererwärmung korrekt eingestellt ist und keine hohen Verteil- und Speicherverluste auftreten, ist dieses System im Durchschnitt kostengünstiger als die dezentrale Warmwasserbereitung mit Strom.

Tipp: Auch viele ältere Anlagen lassen sich optimieren

Durch eine bessere Dämmung des Warmwasserspeichers und der Leitungen, einen hydraulischen Abgleich der Anlage oder den Austausch der Zirkulationspumpe werden Wärmeverluste minimiert und die Effizienz der Heizanlage deutlich gesteigert. Dadurch sinken Verbrauch und Kosten.

Mischsysteme der Warmwasserbereitung

Eine effiziente Warmwasserbereitung richtet sich immer auch nach den baulichen Gegebenheiten eines Gebäudes. Deshalb ist es manchmal ratsam, zentrale und dezentrale Warmwasserversorgung miteinander zu kombinieren. Zum Beispiel kann eine zentrale Warmwasserversorgungsanlage um eine dezentrale Komponente erweitert werden, wenn eine Zapfstelle sehr weit vom zentralen Warmwasserspeicher entfernt liegt.

Ein klassisches Beispiel für ein solches Mischsystem ist ein etwas abseits liegendes Gäste-WC, auf dem nur selten und sehr wenig Warmwasser benötigt wird. Für einen Anschluss an den zentralen Warmwasserspeicher würde in diesem Fall eine lange Leitung benötigt, bei der relativ große Leitungsverluste auftreten. Deshalb kann es sinnvoll sein, die einzelne Zapfstelle mit einem dezentralen Kleindurchlauferhitzer auszustatten.

Kostenvergleich: dezentrale und zentrale Warmwasserbereitung

Wasser sparen ist nicht schwer: Mit den "10 besten Tipps" erfahren Sie, wie Sie mit wenig Aufwand Wasser und Energie sparen können.

Beim Vergleich der Kosten muss man die Systeme getrennt voneinander betrachten: Wie hoch sind die Kosten der zentralen Warmwasserbereitung im Vergleich zur dezentralen Warmwasserbereitung mit Strom oder Gas?

Fossile und biogene Festbrennstoffe (Holzpellets, Scheitholz, Holzhackschnitzel) haben gegenüber Strom einen deutlichen Preisvorteil. Daher sind die Kosten für warmes Wasser mit einer zentralen Warmwasserbereitung über das Heizsystem in der Regel geringer als bei einer dezentralen Warmwasserbereitung mit Strom. Die Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass das zentrale System korrekt eingestellt ist und keine unnötig hohen Verteil- und Speicherverluste auftreten. Konkret heißt das:

  • Es gibt einen effizienten Heizkessel,
  • Warmwasserspeicher und Verteilleitungen sind gut gedämmt,
  • in Mehrfamilienhäusern ist eine hocheffiziente Zirkulationspumpe installiert,
  • in Einfamilienhäusern wird auf eine Zirkulation verzichtet und Zapfstellen, die weit von der Wärmeerzeugungsquelle entfernt liegen, werden vermieden bzw. mit einem vollelektronischen Durchlauferhitzer ausgestattet.

Außerdem sollte geprüft werden, ob der Einsatz erneuerbarer Energien, wie zum Beispiel Solarthermie, sinnvoll ist. Dadurch können ebenfalls Kosten und CO2-Emissionen eingespart werden.

Vergleicht man die zentrale Warmwasserbereitung über die Heizanlage mit Erdgas oder Heizöl mit einer dezentralen Warmwasserbereitung mit Gas-Durchlauferhitzern (u. a. bei Gasetagenheizungen), ist letztere meist kostensparender, da bei gleichen Energiepreisen kaum Verteil- und Speicherverluste auftreten.

Warmwasserbereitung im Gebäudebestand und Neubau: Tipps und Empfehlungen

Ein- und Mehrfamilienhaus mit bestehender Warmwasserbereitung

Auf dem Bild sind eine Badewanne, laufendes Wasser und eine ein Arm zu sehen.(c) www.co2online.de | Phil Dera

Grundsätzlich ist für Gebäude mit einer bereits bestehenden, dezentralen Warmwasserbereitung die Umstellung auf eine zentrale Warmwasserbereitung in den allermeisten Fällen wirtschaftlich nicht sinnvoll. Dazu müsste durch das ganze Haus ein neues Rohrnetz gelegt werden, was zu Problemen mit Schallbrücken und dem Brandschutz führen kann.

Ähnliches gilt für ein bereits bestehendes zentrales System: Auch hier würden beim Umbau auf ein dezentrales Warmwassersystem erhebliche Installationskosten und Umbauarbeiten anfallen. Empfehlenswert ist es daher, die bestehende Warmwasserbereitung mit entsprechenden Maßnahmen zu optimieren. Tipps für Eigentümer und Mieter finden Sie hier .

Warmwasserbereitung im Neubau

Auf dem Bild ist das Dach eines Hauses mit Solarthermie-Anlage abgebildet.(c) www.co2online.de | Alois Müller

Wird eine Warmwasserbereitung im Neubau geplant, dann gibt es mit Blick auf die Kosten und CO2-Emissionen mehrere Möglichkeiten:
• Eine zentrale Warmwasserbereitung in Kombination mit einer Solarthermieanlage oder Wärmepumpe.
• Eine dezentrale Warmwasserbereitung mit hocheffizienten elektronischen Durchlauferhitzern unter Einsatz von selbst erzeugtem Solarstrom.

Sollen mehrere Zapfstellen in Ein- und Mehrfamilienhäusern mit Warmwasser versorgt werden, bieten sich zentrale Systeme als eine kosten- und platzsparende Wahl. Werden zusätzlich erneuerbare Energien integriert, schneiden sie mit einer guten CO2-Bilanz ab. Wegen des steigenden Anteils von Strom aus erneuerbarer Energie am deutschen Strommix (2018 waren es knapp 38 Prozent*) und dem möglichen Einsatz von selbst erzeugtem Solarstrom sind aber mittlerweile auch dezentrale Systeme zu einer Kosten- und CO2-sparenden Alternative geworden. Damit entfällt auch die Legionellen-Problematik.

Bei der Kalkulation sollten unbedingt auch Fördermöglichkeiten geprüft werden.

Förderung für Durchlauferhitzer

Durchlauferhitzer unterscheiden sich zwischen hydraulisch und elektronisch geregelten Geräten. Im Vergleich zu den älteren hydraulischen Modellen sparen vollelektronische Durchlauferhitzer beim gleichen Nutzverhalten rund 20 Prozent Strom. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie  (BMWi) fördert deshalb den Austausch alter Geräte gegen neue elektronische Durchlauferhitzer mit 100 Euro.

Aktuell ist der Fördertopf leer. Ab Oktober 2019 gibt es jedoch neue Fördermittel.

Schritt für Schritt zur Solarthermie

Unser Leitfaden zeigt Ihnen, worauf Sie bei der Planung und Installation von Solarthermie achten sollten. Zum Online-Leitfaden.

Zentral oder dezentral: Systeme der Warmwasserbereitung im Vergleich

VorteileNachteile
Zentrale WarmwasserbereitungOptimierte Systeme haben geringe Betriebskosten. Großer Speicher der Heizanlage benötigt Platz im Keller.
Viele Zapfstellen können gleichzeitig mit warmem Wasser versorgt werden.Größere Gefahr der Keimbildung, zum Beispiel Legionellen.
Direkt an der Zapfstelle werden keine Geräte wie Boiler oder Durchlauferhitzer benötigt. Durch Abstrahlung, Leitungsverluste und permanenten Bereitschaftsdienst der Anlage entstehen Energieverluste.
Wird das System mit erneuerbaren Energien kombiniert, sind Energiekosten und CO2-Emissionen niedrig.
Dezentrale WarmwasserbereitungDa das Wasser genau dort erwärmt wird, wo es gebraucht wird, entstehen keine Leitungsverluste.Bereitschaftsmodus bei Kleinspeichern verbraucht ungenutzte Energie.
Bei älteren Geräten kann die Wassertemperatur schwanken.
Bei Durchlauferhitzern besteht keine Gefahr der Keimbildung, zum Beispiel durch Legionellen. Bei Kleinspeichern ist die jeweils zur Verfügung stehende Wassermenge auf das Volumen des Speichers begrenzt.
Entlegene Räume können leicht mit warmem Wasser versorgt werden, ohne lange Leitungen installieren zu müssen.

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