Alles, was Sie zu barrierefreiem Wohnen & Bauen wissen müssen

Lange komfortabel und selbstbestimmt zu Hause wohnen zu können – dabei hilft ein barrierefreies Wohnumfeld. Dieser Artikel klärt, worauf es dabei ankommt, wer bei der Finanzierung hilft und warum auch Familien von einem barrierefreien Haus profitieren.

  • ModernisierungsCheck

    Lohnt sich die geplante Modernisierungsmaßnahme? Minutenschnell den wärmetechnischen Zustand Ihres Gebäudes berechnen und analysieren, wie hoch das Einsparpotenzial ist. Mit Tipps und Infos zu Fördermitteln.

    Jetzt Ratgeber starten

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • altersgerechtes Wohnen heißt in aller Regel: barrierefreies Wohnen
  • barrierefreie Häuser und Wohnungen helfen älteren und körperlich eingeschränkten Menschen dabei, ihre Selbstständigkeit zu erhalten und erleichtern den Alltag von Familien
  • wichtigste Bereiche barrierefreier Häuser und Wohnungen: Küche, Bad und Zugänge
  • barrierefreier Bau und Umbau wird durch die KfW-Bank, Wohn-Riester und Pflege- und Krankenkassen gefördert bzw. finanziert
  • Umbau clever kombinieren: der Abbau von Barrieren lässt sich gut mit Maßnahmen zur energetischen Sanierung verbinden

Laut Statistischem Bundesamt ist heute jeder vierte Bundesbürger 60 Jahre alt oder älter. In den nächsten Jahrzehnten wird der demografische Wandel sogar noch zunehmen. Das heißt: Es wird vergleichsweise noch mehr ältere Menschen geben. Entsprechend wichtig ist es, dass Wohnungen und Häuser altersgerecht gestaltet werden. Barrierefreie Wohnungen sorgen dafür, dass Menschen auch im Alter problemlos und selbstbestimmt ihrem Alltag nachgehen können, ohne ihr gewohntes Umfeld verlassen zu müssen. Und auch für jüngere Menschen bietet ein barrierefrei gestaltetes Wohnumfeld Vorteile, denn schwellenfreie Zugänge und großzügige Raumplanung erleichtern beispielsweise auch den Alltag mit Kinderwagen und Familie.

In diesem Artikel beleuchten wir, welchen Bereichen in Haus und Wohnung Sie bei der Altersvorsorge besondere Beachtung schenken sollten. Außerdem finden Sie Informationen zu Fördermöglichkeiten für den Umbau Ihres Hauses und zu den wichtigsten Fragen rund ums barrierefreie Wohnen.

Barrierefreies Wohnen

Seniorenpaar im Wohnzimmer(c) iStock.com/Peopleimages

Viele Menschen setzen sich schon früh mit ihrer Altersvorsorge auseinander und treffen Vorkehrungen, um sich für das Alter finanziell abzusichern. Fast niemand sorgt jedoch rechtzeitig dafür, sein Zuhause und damit sein unmittelbares Lebensumfeld so zu gestalten, dass es auch im Alter uneingeschränkt nutzbar bleibt: Mehr als die Hälfte aller über 60-Jährigen leben im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung, doch nur fünf Prozent dieser Wohnsitze entsprechen den Mindestanforderungen an altersgerechtes Wohnen. Betrachtet man den gesamten Wohnbestand in Deutschland, entsprechen laut einer Erhebung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe sogar nur zwischen einem und drei Prozent aller Wohnsitze dem Standard altersgerechtes Wohnen. Demgegenüber wünschen sich die meisten Menschen allerdings, auch im Alter in ihrer vertrauten Umgebung wohnen zu bleiben.

Ein barrierefreies Haus ist nicht nur familienfreundlich, sondern sorgt dafür, dass Sie auch bei schwindender Kraft und abnehmender Beweglichkeit lange selbstbestimmt, sicher und komfortabel in Ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben können. Zudem kommt ein barrierefreies Wohnumfeld dem Sozialleben entgegen, denn auch ältere Freunde und Verwandte können hürdenlos zu Besuch kommen.

Was bedeutet barrierefreies Wohnen? Definition

Barrierefreies Wohnen bedeutet, dass ein Wohnraum auf die Bedürfnisse von körperlich eingeschränkten Personen angepasst ist und ihnen ein weitgehend selbstständiges Leben ermöglicht. In einer barrierefreien Wohnung sind beispielsweise Küche, Bad und Wohnräume ohne Schwellen begehbar und bieten genug Raum, um sich auch in einem Rollstuhl gut bewegen zu können. Auch Lichtschalter, Türgriffe und Armaturen sollten für Rollstuhlfahrer gut erreichbar sein.

Tipp: Warten Sie mit dem Umbau hres Hauses nicht, bis der Bedarfsfall eintritt. Denken Sie Barrierefreiheit bereits bei eventuell anstehenden Sanierungs- oder Reparaturarbeiten in Ihrem Zuhause mit – meist sind barrierefreie Lösungen für einen geringen Aufpreis erhältlich. So ersparen Sie sich später Unannehmlichkeiten und Mehrkosten für einen nachträglichen Umbau. Zusätzlich können Sie von Fördergeldern profitieren.

Nach oben

Anmeldung zum Newsletter

Teaserbild
Formular

Erhalten Sie die besten Tipps zum Sanieren und Sparen direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Mit der Anmeldung zum Newsletter akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung. Die Abbestellung ist jederzeit möglich. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.


Bereiche einer barrierefreien Wohnung

Die wichtigsten Bereiche eines barrierefreien Hauses oder einer Wohnung ohne Barrieren sind:

  1. Mobilität
  • Zugänge zu Haus oder Wohnung sollten ohne Stufen beziehungsweise mit Lift oder Aufzug zugänglich sein.
  • Genügend Platz in Wohn- und Arbeitsräume, um sich auch mit Gehhilfen/Rollstuhl/Rollator sicher und ungehindert bewegen zu können.
  1. Hygiene
  • sichere und zugängliche sanitäre Einrichtungen.
  • Körperhygiene kann durch barrierearme/ -freie Sanitäranlagen weitestgehend alleine verrichten werden.
  1. Küche
  • sichere und erreichbare Kücheneinrichtungen.
  1. Technik & Beleuchtung
  • Beleuchtung in Haus und Wohnung sollte einer sich verschlechternden Sicht Rechnung tragen → gute Ausleuchtung des Hauses sowie des Eingangsbereiches.
  • technische Lösungen helfen bei der Erhaltung des gewohnten Lebensstandards.

In den folgenden Abschnitten finden Sie Informationen, worauf Sie für barrierefreies Wohnen in den einzelnen Bereichen Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung achten sollten.

Nach oben

Barrierefreie Küche

Seniorenpaar in der Küche(c) iStock.com/Wavebreakmedia

Die Küche gehört zu den Wohnbereichen, deren nachträgliche Anpassung an die Anforderungen im Alter sehr aufwendig und kostspielig sein kann. Beim Neubau oder bei der Neuanschaffung einer Küche sollte Barrierefreiheit daher direkt mitgedacht werden, um später zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Grundsätzlich stehen bei der Planung einer barrierefreien Küche zwei Erwägungen im Mittelpunkt: Sicherheit und Komfort. Altersgerechte Küchen werden so geplant, dass sie auch mit einer Gehhilfe oder einem Rollstuhl genutzt werden können. Damit bleiben alle Bereiche auch mit einem eingeschränkten Bewegungsradius erreichbar und das Verletzungsrisiko ist so klein wie möglich. Wichtig ist, dass die Küche auf die Personen zugeschnitten wird, die sie hauptsächlich nutzen. Das betrifft zum Beispiel die Höhe der Arbeitsflächen sowie die Höhen von Herd und Spülbecken. Mit absenkbaren, unterfahrbaren oder untersitzbaren Arbeitsplatten und Schränken bleibt die Küche auch in unterschiedlichen Lebensphasen optimal auf sich verändernde Bedürfnisse angepasst.

Überblick: So planen Sie Ihre barrierefreie Küche

BereichAnforderungen an Barrierefreiheit
Geräumigkeit
  • Bewegungsflächen vor den Arbeitsflächen sollten mindestens 120 x 120 Zentimeter betragen
  • rollstuhlgerecht wären sogar 150 x 150 Zentimeter Bewegungsfläche
  • Anordnung wichtigster Arbeitsfelder (Spüle, Herd, Arbeitsfläche) über Eck spart Kraft bei der Küchenarbeit 
Arbeitsflächen
  • sollten senkrecht anfahrbar und unterfahrbar bzw. untersitzbar sein
  • für unterfahrbare Bereiche gilt eine Höhe von 65 bis 70 Zentimeter und eine Tiefe von mindestens 50 Zentimeter als Richtwert
  • ausziehbare Elemente als Alternative für nicht unterfahrbare Bereiche 
Spüle
  • bei Spülen mit schräger Seitenwand lassen sich schwere Pfannen einfach aus dem Wasser ziehen 
  • ausziehbare oder zur Seite schwenkbare Spülbrause erleichtert Abwasch
  • Einhebel-Mischbatterie mit Temperaturbegrenzung erleichtert die Bedienung mit einer Hand und schützt vor Verbrennungen
  • Geschirrspüler sollten unter der Abtropffläche des Spülbeckens und neben der am meisten genutzten Arbeitsfläche eingebaut werden

Achtung Verbrennungsgefahr: Bei unterfahrbaren Spülen auf gute Isolierung der Leitungen und des Spülbeckens achten!

Kochbereich
  • Induktionskochfeld bietet Schutz vor Verbrennungen, da nur der Topfbereich heiß wird
  • glatte Flächen zur Arbeitsfläche hin ermöglichen das Ziehen von Töpfen statt schwerem Heben
  • Koch- und Spülbereich sollten nah beieinander liegen
  • bei seitlich öffnenden Backöfen sollte auf ausziehbare Abstellfläche geachtet werden, damit schwerer Bratgut abgestellt werden kann
  • Dunstabzugshaube muss gut erreichbar oder per Fernsteuerung bedienbar sein 
Schränke und Schubladen
  • seitlich öffnende Schranktüren vermeiden, weil diese bei schlechter Sicht oft übersehen werden → Unfallgefahr!
  • Schubläden und Karusselauszüge sind besser sichtbar und leichter zugänglich
  • Rollcontainer können eine Alternative zu Unterschränken sein, da sie flexibel positioniert werden können 
Details
  • Bodenbelag sollte rutschhemmend sein und elektrostatischen Aufladungen vorbeugen
  • Griffe und Knöpfe von Schubladen, Türen und Elektrogeräten griffsicher auswählen
  • Steckdosen und Lichtschalter sollten gut erreichbar in die Blende unterhalb der Arbeitsplatte integriert werden
  • Licht so einrichten, dass es beim Kochen und Vorbereiten nicht blendet 

Tipp für Mieter: Nach der DIN E 18040-2 barrierefrei gebaute Wohnungen verfügen über Küchen, die mit einer Bewegungsfläche von 120 Zentimeter vor der Kücheneinrichtung ausgestattet sind. Hier werden Anschlüsse für Herd, Arbeitsplatte und Spüle zudem über Eck verlegt.

Nach oben

Barrierefreies Bad

Barrierefreies Badezimmer(c) iStock.com/piovesempre

Ähnlich wie bei der Küche, können Sie auch in Ihrem Bad viel Geld und Mühen sparen, wenn Sie es bereits beim Bau oder bei einer anstehenden Sanierung mit barrieresenkenden Elementen ausstatten. Vor allem die besonderen Platzanforderungen eines barrierefreien Bads nach der DIN 18040 von mindestens 120 x 120 Zentimeter vor den Armaturen sind bei einem zu klein geplanten Bad nachträglich kaum zu realisieren. Ein von vornherein großzügig geplantes Bad ist hingegen nicht nur im Alter komfortablel. Auch von vornherein barrierefrei konzipierte Sanitärlösungen wie WC, Dusche und Wanne sind oft optisch ansprechender als nachgerüstete Lösungen. Dennoch gibt es auch bei bestehenden Badezimmern viele Möglichkeiten, nachträglich Barrieren zu reduzieren, beispielsweise durch Hebevorrichtungen und zusätzliche Griffe an Badewanne und WC.

Das Ziel bei altersgerechten Badezimmern ist es, dass die Bewohner möglichst lange alleine ihrer täglichen Toilette und Körperhygiene nachgehen können. Dafür muss Ausstattung und Anordnung von Sanitärkeramik und anderen Hilfsmitteln auf eventuell eintretende Bewegungseinschränkungen im Alter abgestimmt sein.

Das größte Gefahrenpotenzial geht in nicht barrierefreien Badezimmern von der Badewanne aus. Schon agile Menschen haben Probleme, den hohen Rand zu übersteigen. Besonders, wenn die Wanne vom Baden oder Duschen innen nass ist, droht Rutschgefahr. Nimmt die Beweglichkeit ab, sollte daher zuerst die Badewanne barrierefrei gemacht werden – oder zumindest sicherer. Möglich ist dabei auch eine Wanne-zu-Dusche-Teilsanierung. In diesem Fall wird die Badewanne durch eine bodengleiche Dusche ersetzt. Mieter sollten diese Maßnahme vor der Umsetzung mit ihrem Vermieter besprechen.

Architekten, die sich auf barrierefreie Bäder spezialisiert haben, finden Sie in den Länder-Architektenkammern auf www.bak.de.

Energiesparen im Badezimmer

Für Warmwasser wird im Haushalt fast zehn Mal mehr Energie eingesetzt als für die Beleuchtung. Insgesamt 15 Prozent des Energieverbrauchs eines Durchschnittshaushalts wird für die Bereitung von Warmwasser verwendet – und der Anteil am Gesamtverbrauch wächst weiter. Während der Heizenergiebedarf durch effiziente Heizkessel und eine verbesserte Dämmung rückläufig ist, steigt der Energieaufwand für die Warmwasserbereitung stetig. So ist zum Beispiel tägliches Duschen, das einen großen Anteil am Warmwasserverbrauch hat, zur Normalität geworden. Gleichzeitig steigen die Energiepreise und die Erwärmung von Wasser kann nur bedingt effizienter werden. Steigender Bedarf und steigende Preise: Das heißt tendenziell höhere Kosten für Haushalte.

Tipp: Mit wassersparenden Armaturen und Sparduschköpfen lässt sich bei gleichbleibendem Komfort fast die Hälfte des Verbrauchs reduzieren. Mehr Tipps zum effektiven Wassersparen finden Sie in unserem Themendossier.

Checkliste: So planen Sie Ihr barrierefreies Badezimmer

BereichAnforderungen an Barrierefreiheit
barrierefreie Dusche / Badewanne

Neubau:

  • bodengleiche Dusche ohne Bodenschwelle
  • Badewanne mit Seitentür
  • rutschhemmender Untergrund
  • eventuell Duschsitz einplanen

Nachrüsten:

  • Wannenlift: sollte oberen Wannenrand überfahren, um Ein- und Aussteigen zu erleichtern
  • Anti-Rutschmatten und aufblasbares Nackenkissen für die Badewanne
  • Duschhocker oder Duschsitz für Badewanne oder Dusche
  • Trittstufen und Wannengriffe: sollten sicher verschraubt werden; Ansteckvarianten erhöhen das Unfallrisiko 
Waschtisch
  • auf ausreichend Abstellflächen achten
  • sollte unterfahrbar sein bzw. Waschen im Sitzen ermöglichen: empfohlene Einbauhöhe 80 bis 85 Zentimeter
  • ggf. Stützgriffe am Waschtisch – diese können vorher als Handtuchhalter genutzt werden
  • großer Spiegel mit Kippfunktion
  • Einhebel-Mischgarnitur mit schwenkbarem Wasserhahn und Verbrühschutz
  • neuer Trend: Armaturen mit Bewegungssensor

Für Haushalte mit verschieden großen Personen: höhenverstellbare Waschtische zur Anpassung an verschiedene Bedürfnisse

WC
  • Spültaste und Papierrollenhalter möglichst im vorderen seitlichen Greifbereich anbringen
  • nach DIN 18040 empfohlene Sitzhöhen: 46 bis 48 Zentimeter – eventuell höhenverstellbare Toilette in Erwägung ziehen
  • zum leichteren Setzen und Aufstehen: klappbare Stütz- und Hebehilfen neben dem WC
  • eventuell WC-Lifter einplanen: auf elektrische Anschlüsse in WC-Nähe achten

Übrigens: Höhenverstellbare Toiletten sind auch für Kinder ideal.

Sonstiges
  • barrierefreie Bewegungsfläche: 120 x 120 Zentimeter vor den Armaturen
  • rollstuhlgeeignete Bewegungsfläche von 150 x 150 Zentimeter
  • auf gute Beleuchtung achten: mindestens eine Lampe über dem Waschtisch und eine über dem WC
  • kontrastierende Farben von Wand/Boden und Einrichtungsgegenständen helfen bei nachlassender Sicht 

Sie planen den Neubau oder die Sanierung Ihres Bads und möchten eine Förderung durch die KfW beantragen? Dann achten Sie unbedingt auf die Einhaltungen der DIN-Kriterien für barrierefreies Bauen. Die Pflegekassen finanzieren auch davon Maßnahmen.

Nach oben

Barrierefreier Zugang

Haus mit barrierefreiem Eingangsbereich(c) iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Im Alter können selbst kleine Türschwellen und Treppen zu einem großen Problem werden. Aus einer Schwelle am Hauseingang wird eine gefährliche Stolperfalle. Die Treppe zur Wohnung wird zu einem schier unüberwindbaren Hindernis, das das soziale Leben einschränkt – weil das Treppensteigen für bewegungseingeschränkte Menschen zu anstrengend oder gefährlich geworden ist und sie deshalb lieber zu Hause bleiben. Oder weil ältere Freunde nicht mehr zu Besuch kommen können. Das Beseitigen von Schwellen oder Stufen ist daher eine wichtige Maßnahme, um langfristig für Sicherheit und Lebensqualität zu sorgen.

Bei kleineren Schwellen, wie Türschwellen oder Eingangsstufen, kann dies durch den Anbau von Rampen gelöst werden, die eine Verbindung zwischen Türschwelle und Boden schaffen. Über diese Rampen kann auch mit dem Rollator oder dem Rollstuhl gefahren werden, anstatt diese beschwerlich über die Schwelle zu heben. Besonders bei Mietshäusern, bei denen bauliche Änderungen nicht ohne weiteres umgesetzt werden können, bieten sich mobile Rampen zum Aus- und Einklappen oder Einrollen an. Diese sind teilweise sogar über die Krankenkassen entleihbar.

Wie sollten Rampen für den barrierefreien Zugang beschaffen sein?

Mobile oder fest installierbare Rampen gibt es in verschiedenen Höhen und Längen, so dass sie sowohl den Weg über eine einfache Türschwelle als auch über einen ganzen Satz Stufen ebnen. Das Material variiert dabei je nach optischen Vorlieben und Budget von Holz über Kunststoff bis zu Metall. Das Bodenmaterial einer Rampe sollte in jedem Fall rutschfest sein, gleichzeitig aber keinen hohen Reibungswiderstand aufweisen. Sonst droht Stolpergefahr. Alternativ zu einer mobilen Rampe können Hausbesitzer die Stufen zum Haus oder von der Terrasse in den Garten komplett umbauen. Für diese Rampen in Form eines gepflasterten Weges sind Kunststeinplatten und Natursteinplatten geeignet. Eine solche Lösung ist optisch unauffälliger – aber auch etwas teurer.

Als Faustregel gilt, dass das Gefälle einer Rampe maximal sechs Prozent betragen sollte. Nur dann kann die Rampe auch mit einem Rollator oder einem Rollstuhl sicher genutzt werden.

So errechnen Sie die notwendige Länge einer Rampe: Multiplizieren Sie die bei Ihnen benötigte Höhe in Zentimetern mit 100 und dividieren Sie sie anschließend durch 6. Das Ergebnis ist die notwendige Rampenlänge. Achten Sie bei Rampe oder Rampenweg außerdem auf eine Breite von 120 Zentimetern sowie ein Bewegungsplateau von 150 x 150 Zentimetern an den beiden Enden, damit Rollstuhlfahrer bequem drehen und wenden können.

Treppen und Handläufe im barrierefreien Haus

In einem mehrgeschossigen Haus können Aufzüge oder nachträglich am Treppengeländer angebrachte Lifts für einen barrierefreien Zugang zu den oberen Geschossen sorgen. In einem Treppenhaus sollte bereits bei der Planung auf ein beidseitiges und durchgehendes Geländer in 85 Zentimeter Höhe geachtet werden. Ein durchgehender Handlauf in dieser Höhe erhöht die Sicherheit beim Treppensteigen für ältere Menschen und Kinder. Die Sturzgefahr wird vermindert. Treppenhäuser und Treppenstufen sollten außerdem kontrastreich gestaltet sein, sodass einzelne Stufen und die Treppenabsätze gut voneinander zu unterscheiden sind.

Zuschüsse für Handläufe sowie für einen barrierefreien Zugang zu Haus oder Wohnung gibt es über die Pflegekassen und die KfW-Bank. Beachten Sie, dass die KfW-Bank nur Maßnahmen fördert, die nach der DIN-Verordnung 18040 für barrierefreies Bauen entsprechen.

Nach oben

Barrierefreie Türen

Hauseingang mit barrierefreier Tür(c) iStock.com/phototropic

Wie auch in anderen Bereichen des Hauses gilt: Am unkompliziertesten und günstigsten werden barrierefreie Türen direkt beim Bau oder bei der Kernsanierung eines Hauses verbaut. Eine barrierefreie Tür ist mit 80 Zentimetern so breit, dass eine Person mit Rollator oder Gehhilfen störungsfrei hindurch gehen kann. Die Höhe einer barrierefreien Tür beträgt nach DIN-18040 mindestens 205 Zentimeter. Rollstuhlgerechte Türen müssen eine Breite von mindestens 90 Zentimetern aufweisen sowie einen Anfahrbereich von 50 Zentimetern neben dem Türgriff.

Türen, die bereits beim Einbau barrierefrei angelegt werden, sind „freischwebend“. Das bedeutet, dass sie nur über die oberen und seitlichen Rahmen befestigt sind. Unten haben sie entweder keine oder eine sehr niedrige Bodenschwelle mit einer maximalen Höhe von 20 Millimetern. Magnettürschwellen dichten Außentüren gegen Regen und Wind ab. Visuell sollten sich barrierefreie Türen deutlich von ihrer Umgebung absetzen.

Griffe oder Türklinken von barrierefreien Türen sind standardmäßig in der Höhe von 85 Zentimetern angebracht. Im Bedarfsfall ist auch eine Höhe bis zu 105 Zentimetern Höhe möglich. Drehtüren mit Klinke müssen sich zu 90 Grad öffnen lassen, damit die Durchgangsbreite durch den Öffnungswinkel der Tür nicht verkleinert wird.

So machen Sie Türen barrierefrei

Auch nachträglich lassen sich Haus- oder Zimmertüren barrierefrei umbauen. Wenn Sie Ihre Türen barrierefrei machen wollen, sollten Sie zunächst prüfen, ob die entsprechende Tür mindestens 80 Zentimeter breit ist. Ist das nicht der Fall, empfiehlt sich der Austausch der Tür durch ein breiteres, barrierefreies Modell. Mieter müssen sich hier mit ihrem Vermieter abstimmen.

  1. Türschwelle entfernen

Ist die Tür breit genug, sollte zuerst die Türschwelle abmontiert, abgesägt oder durch eine Keil- oder Steckrampe ausgeglichen werden.

Wird die Türschwelle abmontiert, schließt möglicherweise das Türblatt nicht mehr mit dem Boden ab. In diesem Fall können Sie das Türblatt vom Tischler verlängern lassen oder eine Bürsten-Bodendichtung ankleben, die im Baumarkt für wenige Euro erhältlich ist.

Entsteht durch das Entfernen der Schwelle eine Bodenunebenheit, muss diese durch Fußbodenbelag oder eine ähnliche Abdeckung ausgeglichen werden.

  1. Türgriffe austauschen

Ein runder Türknauf liegt schlecht in der Hand und erfordert viel Kraft beim Drehen. Barrierefreie Lösungen bei Flügeltüren sind daher U-förmige Klinken oder Bogengriffe.

Bei Schiebetüren sorgen senkrechte Griffe für Griffsicherheit. Sowohl die Türgriffe als auch das Türschloss sollten auf der standardisierten Höhe von 85 Zentimetern montiert werden, damit sie leicht erreichbar sind.

Tipp: Sie wollen Ihr Zuhause barrierefrei gestalten und müssen dafür die Schlösser versetzen? Informieren Sie sich über Fördermöglichkeiten für einbruchhemmende Schließsysteme und sorgen Sie so gleichzeitig für mehr Sicherheit in Ihren vier Wänden. Mehr Informationen zu einem einbruchsicheren Zuhause finden Sie in unserem Artikel zum Thema.

  1. Beleuchtung

Der Türbereich sollte gut ausgeleuchtet sein. Setzen Sie gegebenenfalls neue Lichtschalter in Türnähe oder erwägen Sie einen Bewegungsmelder, der beispielsweise das Licht im Flur automatisch anschaltet, wenn Sie ihn betreten. Ein weiterer Vorteil von Bewegungsmeldern: Da das Licht immer nur dann brennt, wenn Sie es tatsächlich benötigen, sparen Sie gleichzeitig Strom. Verwenden Sie in Ihren Lampen zusätzlich energiesparende LED-Beleuchtung, freut sich die Haushaltskasse noch mehr. LED-Leuchten sind zwar in der Anschaffung etwas teurer als Glühbirnen oder Energiesparlampen, amortisieren sich jedoch durch ihre lange Haltbarkeit und ihren extrem niedrigen Energieverbrauch.

Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie für eine Förderung der Umbaumaßnahmen durch die KfW-Bank die Vorgaben der geltenden DIN-Normen beachten müssen. Über die Pflegekassen oder einzelne Förderpakete der Bundesländer lassen sich jedoch auch von der DIN abweichende Maßnahmen finanzieren.

Nach oben

Barrierefreiheit in Schlaf- und Wohnzimmer

Älteres Ehepaar im Schlafzimmer(c) iStock.com/Wavebreakmedia

In Schlaf- und Wohnzimmer tragen bereits kleine und vergleichsweise unaufwendige Maßnahmen zum barrierefreien Wohnen bei. Achten Sie beispielsweise darauf, dass Teppiche sich nicht so überlappen, dass sie zu Stolperfallen werden. Sowohl Bett als auch Sofa und Sessel sollten so ausgewählt werden, dass die Sitz- und Liegeflächen nicht zu niedrig sind, sondern Gesäß und Beine beim Aufstehen etwa im 35 Grad Winkel zueinander stehen. So wird Ihnen auch im Alter das selbstständige Aufstehen leichter fallen. Generell gilt: achten Sie auf eine geräumige Möblierung, statt Möbel zu dicht aneinander zu stellen. Eine Einrichtung nach dem Prinzip „weniger ist mehr“ wirkt nicht nur edel, sondern sorgt auch für ausreichend Bewegungsfreiheit in den eigenen vier Wänden. Mit technischen Hilfsmitteln wie Fernbedienungen für Licht und Rollläden oder elektrisch öffnenden Türen machen Sie sich Ihr Zuhause noch bequemer.

Wichtig ist auch, dass Sie alle Räume gut beleuchten, da bei nachlassender Sicht Schattenkanten und schlecht beleuchtete Bereiche Verletzungen und Stolpergefahr begünstigen. Damit die zusätzliche Beleuchtung nicht das Haushaltsbudget strapaziert, sollten Sie auf energiesparende LED-Beleuchtung setzen: Die effizienten Leuchten sind langlebig und verbrauchen im Vergleich zu Glühbirnen und Energiesparlampen deutlich weniger Energie.

Nach oben

  • ModernisierungsCheck

    Lohnt sich die geplante Modernisierungsmaßnahme? Minutenschnell den wärmetechnischen Zustand Ihres Gebäudes berechnen und analysieren, wie hoch das Einsparpotenzial ist. Mit Tipps und Infos zu Fördermitteln.

    Jetzt Ratgeber starten

Barrierefreies Bauen – Worauf muss ich achten?

Badezimmer, Küche, Zugang zum Haus – damit Ihr Zuhause auch in den späteren Lebensjahren Ihren Ansprüchen gerecht wird, sollten Sie Barrierefreiheit am besten direkt beim Neubau oder bei der Sanierung eines neuen Zuhauses mit einplanen. So sparen Sie sich im Bedarfsfall kostspielige Umbauarbeiten oder unschöne Behelfslösungen. Und Ihr Haus bleibt in jeder Lebensphase ein sicherer und gemütlicher Ort. Welche Aspekte beim barrierefreien Bauen oder Umbauen bedacht werden sollten, definiert die Deutsche Industrienorm (DIN) 18040.

Wichtig zu wissen: Bei der DIN-Norm für barrierefreies Bauen handelt es sich nicht um gesetzliche Vorlagen, sondern in erster Linie um unverbindliche Empfehlungen. Erst wenn die Anforderungen in den Landesbauordnungen aufgenommen werden, sind sie für den Bau gesetzlich verpflichtend. Entsprechend unterscheiden sich die Gesetze für barrierefreies Bauen von Bundesland zu Bundesland. Informieren Sie sich also vor Baubeginn über die genauen Bauvorschriften in Ihrem Bundesland.

Gesetzeslage und Vorschriften: die DIN 18040 für barrierefreies Bauen

Alle Anforderungen an barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen sind in der DIN-Norm 18040 festgelegt. Ziel der Norm ist es, durch Barrierefreiheit öffentliche sowie private Räume „weitgehend [für alle] Menschen (…) in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe“ nutzbar zu machen.

In Teil 1 der DIN-Norm 18040 sind die Anforderungen zur Barrierefreiheit in öffentlichen Räumen wie Schwimmbädern, öffentlichen WCs oder Behörden geregelt. Teil 2 der Norm fasst die Vorschriften an barrierefreie Wohnungen und Wohnräume zusammen und ist somit für Eigentümer, Mieter und Vermieter relevant.

Grundsätzlich bestimmt die Norm, wie Wohnräume und Zugänge beschaffen sein müssen, damit auch bewegungseingeschränkte Menschen ihren Alltag weitestgehend ohne Hilfe bewältigen können. Dafür müssen beispielsweise Schwellen beseitigt werden – damit auch Rollstuhlfahrer oder Eltern mit einem Kinderwagen einen einfachen Zugang haben. Außerdem müssen Wohn- und Arbeitsräume so konstruiert sein, dass sie auch dann gefahrlos genutzt werden können, wenn Kraft und Beweglichkeit abnehmen. Die DIN 18040-2 legt dabei detailgenau die Anforderungen an die Barrierefreiheit im Wohnumfeld fest. Zum Beispiel zum Fußbodenbelag, der Beschaffenheit von Türen und Fenstern und den Handläufen am Treppengeländer. Eine Übersicht über die wichtigsten Punkte der DIN-Anforderungen finden Sie in den Textabschnitten zur barrierefreien Küche, dem altersgerechten Bad sowie barrierefreien Zugängen und Türen. Die vollständige DIN-Norm 18040 gibt hier zum Download. Die DIN-18040 Teil 2 beginnt auf Seite 32.

Tipp für Mieter und Käufer: Der Begriff „barrierefrei“ ist rechtlich definiert und bedeutet, dass die Anforderungen der DIN-Norm 18040 für barrierefreies Bauen umgesetzt wurden. Ist in den Planungsunterlagen lediglich von „barrierearmen“ oder „barrierereduzierten“ Wohnungen die Rede, entspricht das Objekt möglicher Weise nicht allen Anforderungen an barrierefreies Wohnen.

Achtung Rollstuhfahrer: „barrierefrei“ ist nicht gleich „rollstuhlgerecht“! Eine Wohnung ist nach der DIN 18040 Teil 2 beispielsweise barrierefrei, wenn die Türen innerhalb der Wohnung mindestes 80 Zentimeter breit sind. Für einen Rollstuhl sind jedoch mindestens 90 Zentimeter Türbreite notwendig.

Barrierefreies Umbauen – Anforderungen und Förderung

Während es sich beim Neubau oder bei einer kompletten Sanierung vorsorglich und für die Wertsteigerung des Objektes empfiehlt, die DIN-Normen für barrierefreies Bauen zu berücksichtigen, kann die Umsetzung der komplexen Anforderungen in bestehenden Gebäuden mitunter schwierig sein – beispielsweise weil das Bad stark vergrößert oder die Küche komplett umgebaut werden müsste. Hier können je nach dem tatsächlichen Bedarf der Bewohner auch außerhalb der DIN-Normen gute barrieresenkende Lösungen gefunden werden. Besprechen Sie Ihre Wünsche mit einem Wohnberater in Ihrer Nähe oder einem Architekten. Einen Überblick über Wohnberatungsstellen der Bundesländer gibt diese Liste der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung e. V.

Bedenken Sie jedoch, dass die KfW-Bank nur Umbaumaßnahmen fördert, die der DIN-18040 entsprechen. Über andere Förderprogramme und über die Pflegekassen lassen sich teilweise jedoch auch von den DIN-Norm abweichende barrieresenkende Maßnahmen finanzieren.

Nach oben

Förderung und Zuschüsse für barrierefreies Bauen und Umbauen

Älteres Paar bezahlen Rechnung(c) iStock.com/kali9

Der Großteil der Häuser und Wohnungen in Deutschland ist nicht barrierefrei. Gleichzeitig wollen sich gerade ältere Menschen nicht für einen Umbau verschulden. Oder sie erhalten von privaten Banken keine Kredite mehr. Um Mieter und Eigentümer beim Umbau ihrer eigenen vier Wände zu unterstützen, gibt es daher eine Vielzahl an Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten – sowohl für den barrieresenkenden Umbau einer Immobilie als auch für den Neubau eines barrierefreien Hauses.

Staatliche Förderung für barrierefreies Wohnen

  1. Förderung über die KfW-Bank

Die bundeseigene KfW-Bank fördert über ihre Programme zum Thema „Altersgerecht Umbauen“ barrierefreies Wohnen durch zinsgünstige Kredite und Investitionszuschüsse. Beantragen können diese Fördergelder nicht nur Menschen mit akutem Bedarf an einem barrierefreien Wohnumfeld, sondern Personen jeden Alters, die ihr Zuhause so gestalten möchten, dass es generationenübergreifend genutzt werden kann. Das KfW-Programm 455 bezuschusst die Kombination von Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren und für besseren Einbruchschutz mit 5.000 bis maximal 6.250 Euro (Standard altersgerechtes Haus) pro Wohneinheit. Die förderfähigen Investitionskosten liegen zwischen mindestens 2.000 und maximal 50.000 Euro, wobei 10 bis maximal 12,5 Prozent (Standard altersgerechtes Haus) der Kosten über das Programm gefördert werden können.

Achtung: Für das Jahr 2017 sind die Zuschüsse des KfW-Programms für barrierefreies Wohnen bereits aufgebraucht. Das Programm fördert jedoch weiterhin Investitionen in den Einbruchschutz mit bis zu 1.500 Euro Zuschuss für einbruchhemmende Maßnahmen.

Zinsgünstige Kredite für den Umbau, Neubau oder den Erwerb eines barrierefreien Hauses vergibt das KfW-Programm 159.

Auf einen Blick:

Zuschuss über KfW-Programm 455Kredit über KfW-
Programm 159
Für wen?
  • Privatpersonen jeden Alters
  • Mieter und Eigentümer 
  • Privatpersonen jedes Alters
  • Käufer und Eigentümer
  • Wohnungsbaugesellschaften 
Höhe der Förderung
  • Zuschuss zu Investitionskosten von 10 oder 12,5 Prozent (Standard altersgerechtes Haus)
  • Investitionskosten können zwischen 2.000 bis 50.000 Euro liegen

→ Zuschusssumme 5.000 bis maximal 6.250 Euro

  • bis 50.000 Euro je Wohneinheit
  • ab 0,75 Prozent Effektivzins
Was wird gefördert?
  • Umbaumaßnahmen für barrierefreies Wohnen sowie verbesserten Einbruchschutz
  • Kauf oder Neubau eines barrierefreien Hauses
  • Umbaumaßnahmen für barrierefreies Wohnen in bestehenden Wohneinheiten
  • kombinierbar mit Maßnahmen für besseren Einbruchschutz
Kombinations-möglichkeiten
  • Maßnahmen für den Einbruchschutz werden ebenfalls über die Programme 455 und 159 gefördert

Tipp: Bei anstehenden (Um-)Baumaßnahmen sollten Sie auch energetische Sanierungen einplanen. Folgende Programme sind mit den Förderprogrammen für altersgerechtes Umbauen kombinierbar:

  • Kredit für energetische Sanierung (Programm 151/152)
  • Investitionszuschuss für energetische Sanierung (Programm 430)
Bedingungen
  • Maßnahmen entsprechen den geltenden DIN-Normen für Einbruchschutz und barrierefreies Wohnen
  • Förderung und Zuschuss schließen sich aus: Für eine Maßnahme kann nur ein Förderprogramm beantragt werden
  • Antrag auf Förderung muss vor Baubeginn bzw. vor dem Umsetzen der Maßnahmen gestellt werden
Antragstellung
  • bei der KfW-Bank
  • bei Sparkasse, Bank oder Versicherung

Mehr Informationen zu den genauen Fördergegenständen der KfW-Programme „Altersgerecht Umbauen“ sowie Förderbedingungen und Beispielrechnungen finden Sie in unserem Artikel „KfW-Förderung Altersgerecht Umbauen“.

  1. Förderung über Wohn-Riester

Wer für seine private Altersvorsorge auf einen Riester-geförderten Bausparvertrag gesetzt hat, kann barrierefreie Umbaumaßnahmen auch durch sein Guthaben im Wohn-Riester finanzieren. Die einzigen Voraussetzungen dafür betreffen die Mindestinvestitionssumme und den Qualitätsstandard der Baumaßnahmen:

  • Besitzen Sie Ihr Eigentum länger als drei Jahre, müssen 20.000 Euro für den Umbau aufgewendet werden.
  • Bei kürzerer Eigentumsdauer muss die Investition in die Barrierefreiheit mindestens 6.000 Euro betragen.
  • Mindestens die Hälfte der Investitionssumme muss für DIN-18040-2 zertifizierte Maßnahmen verwendet werden. Die restliche Summe kann in barrierehemmende Maßnahmen investiert werden, die der DIN nicht entsprechen. Dabei sind Ausnahmen möglich – beispielsweise wegen Denkmalschutzbestimmungen.
  • Die Baumaßnahmen müssen von einem Sachverständigen abgenommen werden. Die Kosten für den Sachverständigen können Sie über den riestergeförderten Bausparvertrag finanzieren.
  1. Finanzierung von barrierefreiem Bau und Umbau über Wohnbauförderung

Neben den Finanzierungshilfen über die KfW-Bank oder Wohn-Riester, unterstützen auch andere Institutionen barrierefreie Bauvorhaben – allen voran die bundeseigenen Wohnungsämter und Investitionsbanken im Rahmen der Wohnungsbauförderung. Alle Informationen zu Förderpartnern in Ihrem Bundesland und eine individuelle Beratung zu Ihrem Umbauvorhaben erhalten Sie bei der regionalen Wohnberatung in Ihrer Nähe.

Mit dem FördermittelCheck erhalten Sie schnell einen ersten Überblick darüber, welche Förderprogramme für Ihr Bauvorhaben in Frage kommen. In gedruckter Form gibt die kostenlose Fördermittelbroschüre von co2online einen Überblick über mögliche Förderungen.

Kostenübernahme von Hilfsmitteln zur Barrierereduzierung

Für wen größere Eigeninvestitionen in ein barrierefreies Zuhause nicht in Frage kommen, der kann bestimmte barrieresenkende Hilfsmittel bei der Kranken- oder Pflegekasse beantragen. Im Gegensatz zur Förderung über staatliche Träger, greift die Unterstützung von Kranken- und Pflegekassen jedoch erst im akuten Bedarfsfall. Dabei erhalten Menschen mit Beeinträchtigungen auf ärztliches Rezept oder nach eingehender Prüfung eines Sachverständigen Hilfsmittel, mit denen sie ihren Alltag weiterhin möglichst selbstständig verrichten können. Zu diesen Mitteln zählen beispielsweise Rampen für Türschwellen, Rollstühle, Wannen- oder Treppenlifte oder Gegensprechanlagen.

Während die Krankenkassen ausschließlich Hilfsmittel finanzieren, kann über die Pflegekassen auch ein Zuschuss zu notwendigen baulichen Veränderungen innerhalb des eigenen Zuhauses beantragt werden, beispielsweise die rollstuhlgerechte Verbreiterung von Türen. Gewährt werden dabei Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme. Leben mehrere Pflegebedürftige zusammen in einer Wohneinheit, beträgt der Gesamtzuschuss für einzelne Maßnahmen maximal 16.000 Euro.

Welche Hilfsmittel prinzipiell über die Kassen finanziert oder zugeteilt werden können, erfahren Sie in der Hilfsmittelliste des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen. Ab Produktgruppe 50 sind die Hilfsmittel gelistet, die über die Pflegekassen zugeteilt werden. Für gesetzlich Versicherte gelten private Zuzahlungen von mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Hilfsmittel. Übersteigen die Eigenbeteiligungen in der Summe zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens, kann eine Befreiung beantragt werden. Bei einkommensschwachen Personen werden die Zuzahlungen gegebenenfalls durch das Jobcenter oder das Sozialamt übernommen. Unsere Empfehlung: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einem Berater Ihrer Pflegekasse über Ihre individuellen Möglichkeiten.

Tipp: Die Krankenkassen sind vertraglich an verschiedene Anbieter und Fachhändler von Hilfsmitteln gebunden. Informieren Sie sich, welches Modell Ihres gewünschten Hilfsmittels (beispielsweise Wannenlift) von Ihrer Kasse angeboten wird. Das Rezept Ihres Arztes sollte dieses Modell mitsamt der Hilfsmittelnummer detailgenau aufführen.

Barrierefreie Umbaumaßnahmen von der Steuer absetzen

Wer barrierefreie Umbaumaßnahmen selbst finanziert, kann die Investitionskosten von der Steuer absetzen. Handwerkerkosten können hierbei als „haushaltsnahe Dienstleistungen“ mit bis zu 1.200 Euro (20 Prozent von maximal 6.000 Euro der Arbeitskosten) geltend gemacht werden. Materialkosten werden nicht berücksichtigt.

Besonders hohe Ausgaben für die Beseitigung von Barrieren können in manchen Fällen außerdem als „außergewöhnliche Belastungen“ von der Steuer abgesetzt werden. Details dazu erfahren Sie von Ihrem Steuerberater oder beim Finanzamt.

Wichtig: Die Materialkosten müssen in der Rechnung Ihres Handwerkers extra ausgewiesen werden. Die Bezahlung sollte stets per Überweisung erfolgen – Barzahlung wird vom Finanzamt in der Regel nicht anerkannt.

Nach oben

weiter

  • FördermittelCheck

    Nicht verpassen: Finanzielle Unterstützung bei Modernisierung oder Neubau sichern. In wenigen Sekunden alle Zuschüsse, Fördermittel und -programme von KfW, Bafa, Bund, Ländern, Kommunen und Stadtwerken finden.

    Jetzt Ratgeber starten
  • ModernisierungsCheck

    Lohnt sich die geplante Modernisierungsmaßnahme? Minutenschnell den wärmetechnischen Zustand Ihres Gebäudes berechnen und analysieren, wie hoch das Einsparpotenzial ist. Mit Tipps und Infos zu Fördermitteln.

    Jetzt Ratgeber starten